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Intuition in der Arbeitswelt: Interview mit Tanja Brändle, Studentin, 21 Jahre

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Donnerstag, den 17. Juni 2010 um 10:30 Uhr

Seit dem September 2009 studiere ich an der Universität Basel Altertumswissenschaften. Ich besuche verschiedene Veranstaltungen wie Vorlesungen und Proseminare, die verschiedene Leistungsnachweise verlangen wie Semesterprüfungen, Referate oder schriftliche Arbeiten. Meine Tätigkeiten sind vor allem Lernen, Literatur zu einem Thema recherchieren, Lesen, Zusammenfassen und Zeitpläne erstellen. Neben dem Studium arbeite ich als Putzfrau in zwei Firmen in Dättwil und als Bürohilfe für Suzanne Emch bei der Budo Schule Randokan in Bremgarten.

  1. Welches Berufsbild verbinden Sie spontan mit Intuition?
    Aus dem Bauch denke ich an Arbeit mit Tieren und Kindern, verbunden mit dem Bereich der Psychologie. Tiere und kleine oder kranke Kinder können uns nicht mitteilen, was ihnen fehlt und was sie brauchen. Intuition und Einfühlsamkeit bestimmen wahrscheinlich einen grossen Teil der Behandlung.
    Ein weiterer Beruf, der mir diesbezüglich einfällt, ist Börsenmakler. Wie lange fallen oder steigen die Kurse noch?

  2. Wie äussert sich Intuition in Ihrer Arbeit?
    Ich höre bei der Partnerwahl für Gruppenarbeiten auf meine Intuition; mit wem kann ich arbeiten, mit wem nicht? Literaturrecherche kann auch Glücksache sein, es gibt immer viel zu viele Werke, die sich mit einem Thema beschäftigen. Die Wahl der geeigneten Bücher, die meine Fragestellung am präzisesten beantworten können, muss in sehr kurzer Zeit über die Bühne gehen. Oft geschieht das Auswahlverfahren über das Inhaltsverzeichnis und den Klappentext, da hat die Intuition eine grosse Aufgabe.

  3. Wie verbinden Sie Intuition und Ratio?
    Ich finde es wichtig, im Leben nicht nur auf die Vernunft zu hören. Manchmal sind es spontane Assoziationen, die uns weiterbringen, nicht stundenlanges Grübeln über ein Problem. Ein intuitiver Anstoss kann systematisch aufgearbeitet eine genauso gute Arbeitsgrundlage bieten wie rein auf Vernunft aufbauende Theorien.

  4. Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie auch intuitiv sind?
    Schon früh hatte ich einen guten Draht zu Tieren. Ich brachte ihnen grosse Zuneigung entgegen und fand diese immer erwidert. Ich konnte beinahe jede Katze und jeden Hund streicheln, selbst solche, die sich sonst nicht berühren lassen wollten. Bis heute hat sich daran nur wenig verändert.
    Besonders klar wurde mir meine Intuition bei der Wahl der Universität. Zürich liegt viel näher von mir zuhause entfernt als Basel, hat einen sehr guten Ruf und trotzdem entschied ich mich ohne rationalen Grund für die Universität Basel. Ich studiere jetzt im zweiten Semester und bin höchst zufrieden mit meiner Wahl und würde es nicht anders machen. Mein Freund meinte zu dieser Frage: „Bist du jemals anders als intuitiv?“. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich nur intuitiv handle, doch zugegeben, ich räume meinem Bauchgefühl schon einen – vielleicht ungewöhnlich – hohen Stellenwert ein.

  5. Wie benützen Sie Ihre Intuition zukünftig?
    Weiterhin werde ich bei der Partnerwahl für Gruppenarbeiten auf meine Intuition hören. Anfangs Semester steht jeweils das Erstellen des persönlichen Stundenplans an. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, die ich besuchen kann, einige muss ich besuchen, andere sind fakultativ. Besonders problematisch dabei sind die Überschneidung von Veranstaltungen. Zuerst fülle ich jene Stundenplanpositionen mit den obligatorischen Veranstaltungen, danach schaue ich nach Lust und Laune, was mir sonst noch zusagt und lasse den Stundenplan noch bis ein oder zwei Wochen ins Semester hinein veränderlich.